DOT-Code Rechner

Wie alt sind deine Reifen wirklich?

Vier Ziffern eingeben, sofort sehen, was sie bedeuten — mit Schwellen, die für Klassiker und Youngtimer gemacht sind.

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Eingabe abwarten — Beispiel: 3522 = KW 35 / 2022

Hinweise für Sammler

Was bedeutet das für mein H-Kennzeichen?
Reifen sind beim H-Gutachten kein hartes Kriterium per Alter, aber sichtbare Risse, Verhärtung oder Standplatten führen zur Bemängelung. Prüfer-Toleranzen variieren stark. Sammler-Strategie: vor dem H-Termin frische Reifen aufziehen — kostet vierstellig, sichert das H-Kennzeichen aber für die nächsten 10+ Jahre. Kommt der alte Reifen durch, hast du ein Argument; kommt er nicht durch, kostet die Nachprüfung Zeit und Geld.
Was prüft der TÜV bei alten Reifen?
Bei der HU geht es nicht ums Datum, sondern um den Zustand: Profiltiefe (mindestens 1,6 mm gesetzlich, Sammler-Empfehlung 3 mm), Risse in der Seitenwand, ungleichmäßiger Verschleiß, sichtbare Beschädigungen. Ein 8-jähriger Reifen mit Profil und ohne Risse besteht die HU. Sobald aber an einer Stelle Gewebe sichtbar wird oder Risse tiefer als ein Millimeter gehen, ist es ein erheblicher Mangel — und damit nicht zugelassen.
DOT-Code beim NOS-Reifen-Kauf — was achten?
Drei Regeln. Erstens: niemals Reifen älter als fünf Jahre kaufen, auch nicht für reine Optik-Restaurationen. Zweitens: vor jedem Kauf einen Foto-Beweis vom DOT verlangen — Verkäufer zeigen oft nur das Profil, der DOT bleibt unscharf. Drittens: die Lagerung des Verkäufers checken — kühl, dunkel, ozonarm? Garagen mit Schweißgerät oder Elektromotoren erzeugen Ozon, das die Karkasse von innen angreift, ohne dass es außen sichtbar wird.

Lege deine Reifen in Tervano an. Wir erinnern dich automatisch an die kritische Sechs-Jahre-Schwelle — pro Achse, mit Saisonkennzeichen-Awareness.

DOT-Code für Auto-Sammler: Was die vier Zahlen bedeuten

Jeder Reifen trägt seit dem Jahr 2000 einen vierstelligen Datums-Code, den DOT-Code. Vier kleine Ziffern auf der Flanke, die das Produktions-Datum verraten — und damit das tatsächliche Alter des Reifens, unabhängig davon, ob er drei oder dreißigtausend Kilometer gelaufen ist.

Die ersten beiden Ziffern stehen für die Kalenderwoche, die letzten beiden für das Jahr. 3522 heißt: produziert in Kalenderwoche 35 des Jahres 2022, also Ende August. 1819 heißt: KW 18 von 2019, Anfang Mai.

Vor diesen vier Ziffern steht ein längerer Code aus Buchstaben und Zahlen — Werks- und Größen-Kennungen für die Hersteller-interne Rückverfolgung. Für dich als Sammler irrelevant. Wichtig sind nur die letzten vier Stellen.

DOTXYZA12343522KW 35 · 2022DATUMWERKGRÖSSE
Schema · DOT-Code mit Datums-Block am Ende

Wo findest du den Code? Auf der Reifen-Flanke nach den Buchstaben „DOT". Meist außen sichtbar, manchmal nur auf der Innenseite — dann hilft ein Spiegel auf der Bühne oder das volle Einlenken. Beide Reifen-Seiten sind nicht zwingend identisch beschriftet, das DOT-Datum steht aber immer auf einer der beiden.

Vor dem Jahr 2000 war das System dreistellig: zwei Ziffern für die Woche, eine für das Jahr innerhalb der Dekade, plus ein kleines Dreieck-Symbol für die Dekade selbst. Diese Codes sind heute mindestens 26 Jahre alt — sicherheitstechnisch nicht mehr verwendbar. Tervano weist solche Pre-2000-Codes als kritisch aus, ohne den genauen Wert zu schätzen, weil die Dekade aus dem Symbol allein nicht eindeutig bleibt.

Reifenalter bei Klassikern und Youngtimern: Warum 10 Jahre zu spät sind

Die Industrie-Empfehlung ist klar: Reifen ab sechs Jahren regelmäßig prüfen, ab zehn Jahren wechseln. Continental, Bridgestone, Michelin — alle drei großen Hersteller geben diese Marke aus. Für Alltagsautos funktioniert sie. Für Klassiker und Youngtimer ist sie zu spät.

Der Grund liegt in der Beanspruchung. Ein Auto, das täglich gefahren wird, walkt seine Reifen durch. Die Gummi-Mischung bleibt elastisch, Weichmacher migrieren gleichmäßig durch das Material, der Reifen behält seine Form. Bei einem Klassiker, der vielleicht 800 Kilometer im Jahr läuft und acht Monate in der Garage steht, passiert genau das nicht. Die Karkasse altert chemisch unabhängig von Bewegung.

Ein typisches Bild aus der Sammler-Szene: 12 Jahre alter Reifen, 1.200 Kilometer Laufleistung, optisch wie neu. Profil-Tiefe sechs Millimeter, keine sichtbaren Schäden. Aber bei der ersten Vollbremsung aus 100 km/h reißt die Karkasse — der Reifen platzt, weil das Material seine Reserve verloren hat.

Tervano bewertet deshalb anders. Im Saisonfahrzeug-Modus, dem Default für Sammler, ist die Schwelle zur orange Warnung schon ab fünf Jahren erreicht, kritisch ab acht. Im Alltagsauto-Modus liegt die orange Warnung bei sechs Jahren, der Hard-Cap bei acht. Beide Modi setzen die rote Schwelle bei acht Jahren — egal wie wenig der Wagen bewegt wurde, ab dort ist Wechsel zwingend.

Das ist strenger als der ADAC-Standard. Aber die ADAC-Empfehlung gilt für Reifen, die kontinuierlich auf Asphalt arbeiten. Bei einem Sammler-Auto, das die meiste Zeit auf einem Auflage-Punkt steht, wirken UV, Ozon und Verformung schneller. Sechs Jahre sind die ehrliche Wechsel-Marke.

Saisonkennzeichen und Reifenalter — die unterschätzte Kombination

„Mein Auto fährt nur vier Monate im Jahr — die Reifen halten doppelt so lange." Das ist die häufigste Fehl-Annahme im Saisonkennzeichen-Lager. Sie ist nicht nur falsch, sie ist gefährlich falsch. Standzeit altert Reifen schneller als Bewegung, nicht langsamer.

Drei Mechanismen wirken parallel. Erstens: UV-Strahlung. Auch in der Garage, durch Tageslicht und Lampen-Spektren, baut UV langsam die Polymer-Ketten ab. Zweitens: Ozon. In jeder Garage gibt es Restmengen — aus Lüftungs-Anlagen, Elektromotoren, Schweißgeräten in der Werkstatt nebenan. Ozon greift Gummi von außen an und macht ihn hart. Drittens: Verformung. Das ganze Gewicht des Autos drückt auf die Auflage-Punkte. Über Monate flacht die Karkasse dort ab, der Druck verteilt sich nicht mehr gleichmäßig.

Bei Bewegung gleicht sich all das aus. Druck verteilt sich, Gummi durchwalkt, Weichmacher migrieren durch das Material und ersetzen das, was an der Oberfläche verloren geht. Bei Stand fällt dieser Mechanismus aus.

Konkrete Pflege-Tipps für Saisonfahrzeuge mit langen Standzeiten: Druck auf den Maximal-Wert (steht auf der Flanke), das gleicht die Last besser aus. Monatlich 50 Zentimeter vor und zurück rollen, damit der Auflage-Punkt wechselt. Nicht direkt auf Beton stehen — der zieht Feuchte. Bei Lagerung über vier Monate empfiehlt sich die Demontage: Reifen ab, kühl, dunkel und trocken liegend stapeln, am besten in lichtdichten Säcken.

Ein Saisonfahrzeug, das bei diesen Pflege-Maßnahmen acht Monate steht, hat trotzdem höhere Reifen-Alterung als ein Alltagsauto, das jeden Tag fünfzig Kilometer fährt. Das gehört zur ehrlichen Sammler-Buchhaltung. Tervano erinnert dich automatisch an Standzeiten — pro Fahrzeug, mit Saisonkennzeichen-Awareness.

H-Kennzeichen-Begutachtung und Reifen-Alter

Bei der H-Begutachtung nach § 23 StVZO geht es um den „guten, dem Original entsprechenden Zustand". Reifen sind in der Verordnung nicht per Alter geregelt — kein „Reifen darf maximal X Jahre alt sein". Aber der Prüfer beurteilt den sichtbaren Zustand, und da liegt die Grauzone.

Ein Reifen mit sichtbaren Rissen in der Seitenwand, gehärteter Lauffläche oder Standplatten-Verformung führt zur Bemängelung. Auch wenn das Profil noch ausreicht. Prüfer-Toleranzen variieren stark zwischen TÜV und Dekra, zwischen Standorten, zwischen einzelnen Sachverständigen. Ein Reifen, der bei einem Prüfer durchgeht, kann beim nächsten zur Ablehnung führen.

Sammler-Strategie ist deshalb präventiv: Vor dem H-Termin frische Reifen aufziehen. Das kostet vierstellig — bei Original-Größen für seltene Modelle auch deutlich mehr — aber es sichert das H-Kennzeichen für die nächsten zehn bis fünfzehn Jahre Folgezeit, in denen die normale HU alle zwei Jahre genügt.

Original-Größe ist beim H-Gutachten genauso relevant wie das Alter. Continental Classic, Michelin Collection und Vredestein Sprint Classic decken die meisten Klassiker- und Oldtimer-Größen ab und sind als „dem Original entsprechend" anerkannt. Wer eine moderne Breitreifen-Kombination unter einen Klassiker schraubt, riskiert nicht nur das H-Kennzeichen, sondern auch die Wertschätzung im Markt.

Praktischer Rat aus der Werkstatt-Erfahrung: den Prüfer vorher anrufen, das geplante Reifen-Setup nennen, nach Bedenken fragen. Die meisten H-Prüfer geben gerne Vorab-Auskunft, das spart eine zweite Vorführung.

Mit Tervano dokumentierst du Reifen-Wechsel, DOT-Codes und H-Kennzeichen- Begutachtungen pro Fahrzeug — damit du beim nächsten H-Termin die komplette Reifen-Historie zur Hand hast.

DOT-Code beim NOS-Reifen-Kauf: drei Achtung-Punkte

NOS — „New Old Stock" — bedeutet wörtlich „neu, aber alt gelagert". In der Sammler-Szene wird der Begriff für Original-Reifen verwendet, die nie montiert waren, aber seit Jahren oder Jahrzehnten im Lager liegen. Die Versuchung ist groß: ein original-passender Reifen für den 71er Porsche, mit der originalen Profil-Zeichnung, an die sich heute kaum ein Hersteller mehr traut. Optisch makellos. Aber sicherheitstechnisch oft eine Falle.

Drei harte Regeln helfen, die Falle zu erkennen.

Erstens: niemals Reifen älter als fünf Jahre kaufen. Auch nicht für reine Optik-Restaurationen oder Stand-Vitrinen. Ein 18-jähriger NOS-Reifen ist genauso alt wie ein 18-jähriger gefahrener Reifen — der ungefahrene Zustand verlängert die Lebenszeit nicht. Im Gegenteil: ein nie gewalkter Reifen hat seine Weichmacher nie verteilt, das Material ist an der Oberfläche besonders ausgetrocknet.

Zweitens: vor jedem Kauf einen Foto-Beweis vom DOT verlangen. Verkäufer zeigen oft nur die Profil-Seite und das makellose Schwarz, der DOT bleibt unscharf oder fehlt komplett. „Schicken Sie mir bitte ein Foto vom DOT-Code, beidseitig" — wer sich weigert, hat etwas zu verbergen. Wer den Code zeigt, dem kannst du das Alter selbst nachrechnen.

Drittens: die Lagerung des Verkäufers checken. Kühl, dunkel, ozonarm? Eine Garage neben einem Schweißgerät, einer alten Klima-Anlage oder Elektromotoren erzeugt Ozon — das greift die Karkasse von innen an, ohne dass es außen sichtbar wird. Lagerung in lichtdichten Säcken auf einem Holz-Regal ist optimal. Lagerung im Reifen-Hotel einer Werkstatt ist meist gut. Lagerung im Hobbyraum eines Bastlers ist Glücksspiel.

Eine Sonder-Falle: „Original-Reifen am Sammler-Auto" wird gerne als H-Argument verkauft. Sicherheitstechnisch ist das Unsinn. Ein Original-DOT von 1973 hat 2026 keine Reserve mehr — egal wie kostbar das Stück historisch ist.

Häufige Fragen zum Reifenalter bei Sammler-Fahrzeugen

Sammler haben andere Antworten als Alltagsauto-Fahrer. Niedrige Laufleistung kompensiert nicht die Alterung. Originalität wiegt schwerer als Praktikabilität. Saisonkennzeichen ist eher Reifen-Stress als Reifen-Schutz. Die folgenden Antworten gehen darauf ein.

  • Wo finde ich den DOT-Code an meinem Reifen?

    Auf der Reifen-Flanke nach den Buchstaben „DOT" — meist außen, manchmal nur auf der Innenseite. Wenn du nichts auf der sichtbaren Seite findest, dreh das Lenkrad voll ein oder nimm einen Spiegel auf der Bühne. Die letzten vier Ziffern sind das Datum: zwei Stellen für die Kalenderwoche, zwei für das Jahr.

  • Mein Klassiker-Reifen ist 12 Jahre alt, hat aber nur 800 km gelaufen — muss ich wechseln?

    Ja. Bei H-Kennzeichen-Fahrzeugen ist Profiltiefe nicht das Kriterium — die Gummi-Mischung altert chemisch unabhängig von der Laufleistung. Ab 10 Jahren ist Wechsel zwingend, bei Sammlern empfehlen wir spätestens ab 8. Ein Reifen, der „aussieht wie neu", kann eine harte Karkasse haben, die bei voller Last reißt.

  • Was sagen DOT-Codes über NOS-Reifen aus, die ich neu kaufe?

    Auch ein nie montierter Reifen mit DOT-Code von 2008 ist 18 Jahre alt — und damit ohne Sicherheits-Reserve, egal wie er aussieht. NOS („New Old Stock") ist eine der größten Fallen im Sammler-Markt. Vor jedem Kauf den DOT prüfen, im Zweifel ein Foto verlangen. Niemals älter als fünf Jahre.

  • Ist ein 8 Jahre alter Reifen für die HU bzw. H-Kennzeichen-Begutachtung ein Problem?

    Für die HU sind Profiltiefe und sichtbare Schäden entscheidend, kein hartes Alters-Limit. Bei der H-Begutachtung kann der Prüfer Reifen ab sechs Jahren bemängeln, wenn Risse, Verhärtung oder Standplatten sichtbar sind. Sammler-Strategie: vor dem H-Termin frische Reifen aufziehen — das sichert das Kennzeichen für die nächsten 10+ Jahre.

  • Mein Saisonkennzeichen-Auto steht 8 Monate im Jahr — verlängert das die Reifen-Lebenszeit?

    Nein, im Gegenteil. Standzeit altert Reifen schneller als Bewegung: UV-Strahlung, Ozon und der konstante Verformungs-Druck am Auflagepunkt greifen die Karkasse an. Saisonfahrzeuge brauchen eher früher neue Reifen als Alltagsautos, nicht später. Wer länger als vier Monate stilllegt, sollte die Reifen abnehmen und liegend lagern.

  • Was bedeutet ein 3-stelliger DOT-Code?

    Vor dem Jahr 2000 war das DOT-Datum nur 3-stellig: zwei Ziffern Kalenderwoche plus eine Ziffer für das Jahr innerhalb der Dekade, die Dekade selbst war per Symbol-Markierung kodiert. Diese Reifen sind heute mindestens 26 Jahre alt — fahrtechnisch nicht mehr verwendbar, allenfalls als historisches Anschauungsstück erhalten.

  • Sollten Vorder- und Hinterreifen den gleichen DOT haben?

    Idealerweise gleiche Charge — bei Klassikern oft nicht erreichbar, da die Original-Größen rar sind. Wichtig ist Achs-Konsistenz: gleiche Achse muss gleichen DOT, gleiches Profil und gleichen Hersteller haben. Vorne 2019, hinten 2024 ist akzeptabel; vorne links 2019, vorne rechts 2024 ist gefährlich, weil die Achse ungleich greift.

  • Wie pflege ich Reifen, die monatelang stehen?

    Druck auf den Maximal-Wert (steht auf der Flanke), das verteilt die Last. Monatlich 50 cm vor- und zurückrollen, damit der Auflagepunkt wechselt. Kühl, dunkel und ozonarm lagern — keine Garage neben Schweißgerät oder Elektromotor. Niemals direkt auf Beton, das zieht Feuchtigkeit. Bei Saison-Lagerung über vier Monate: Reifen abnehmen und liegend stapeln.